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Ich könnte es nun auf den Alkohol schieben… irgendwer muss ja schuld sein. Na ja, Schuld sind eigentlich nur ein paar (mehrere) tolle Leute aus der Umschulung, wo ich den Kontakt nicht verlieren wollte. Die wohnen ja alle am Ende der Welt. Also habe ich vorhin etwas bisher unvorstellbares getan, etwas grauenvolles, etwas fast unaussprechliches … wo ich mit viel Anlauf über meinen eigenen Schatten springen musste… soweit zu “Niemals!!!!” …ja ich habe mich beim Fratzenbuch angemeldet :uh: Es ist mir auch peinlich, aber anders bekommt man ja viele nicht mehr zu packen. Was tut man nicht alles für soziale Kontakte?  :oops:
Hatte es ja erst versucht mit Handynummer tauschen, aber wenn man dann hört “Ouuuh nee meine Freundin…” Aha, aber bei Fratzbuch der Harem is okay? Na ja gut, dann halt so.

Und nun dürft ihr alle kräftig lachen… :m:

Heute war es soweit, die Stunde der Wahrheit … es gab die Endnoten! Tadaaaa!  :dance:   Bestanden!

Ab heute darf ich mich nun “Mediengestalterin für Digital & Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik” nennen!

Für die praktischen Sachen habe ich sogar eine 2 bekommen :shock: Bei der Theorie wie bekannt ‘ne 4, macht als Durchschnittsgesamtnote eine 3. Yeppa, Ziel erreicht. Und gestern habe ich meinen Arbeitsvertrag bekommen, ab dem 1.3. habe ich einen 400 € Job als Mediengestalterin. Mit der Kunde habe ich heute morgen telefonisch meine Sachbearbeiterin bei der Arge happy gemacht. Die hat sich wirklich total gefreut :)

Ich wollte schon immer mal nach Xanten ins Römer-Museum, bisher ergab sich aber nie die Gelegenheit dazu. Nun kam das Bambi vor Monaten an mit einer interessanten Sonderausstellung. “Gefährliches Pflaster – Kriminalität im römischen Reich”. Uhh, sehen wollen. Aber erst mal die Zeit finden. Und dann noch die zusätzlichen Fahrtkosten, mein Ticket reichte ja nicht so weit. Lucky me, das VRR-Gebiet wurde am 1.1. erweitert und ich brauchte nur noch ein günstiges Zusatzticket. Also rasch einen Termin ausgemacht und gestern morgen ging es ab auf die Reise. Trotz Zugverspätung doch noch Anschluss bekommen und in Xanten angekommen.
Dort war es sehr nass. Und das Museum lag auch noch etwas außerhalb von Xanten. Also hingewandert unter Führung von Bambis Handy-Navi und einmal nach dem Weg fragen, rein ins Museum und im Untergeschoss unsere Taschen eingeschlossen und die nassen Jacken aufgehangen. Der “Wächter” da wollte wissen, wie man denn bitte auf die Idee kommt, bei dem miesen Wetter ins Museum zu gehen?? Ja was soll man denn sonst machen bei Regen? *g*

Netterweise galt die Eintrittskarte nicht nur für die Sonderausstellung (wie wir es bisher von Herne gewohnt waren), sondern für alles, also in aller Ruhe das ganze, riesige Museum abgegrast. Ich durfte da auch fotografieren (juhu!) und Bambi meinte irgendwann “Du erinnerst mich irgendwie an die Japaner. Alles fotografieren und zuhause dann genießen!” Der “Wächter” aus dem Untergeschoss war zufällig in der Nähe und amüsierte sich sichtlich über uns *g* vor allem dann wohl über meinen Kampf mit der Kamera und den falsch eingelegten Batterien nach dem Wechseln.

Ich habe auch ziemlich viele Fotos gemacht, denn es gab vieles zu sehen. Besonders die vielen Grabsteine und Gedenktafeln hatten es mir angetan. Leider hat die Umschulung bleibende Schäden hinterlassen, denn ich dachte als erstes immer “römische Capitalis” (Schriftbezeichnung) anstatt “schöner Stein” :eyes: Na ja wenigstens was gelernt *g* Außer Steine gabs aber auch vieles an Gebrauchsgegenständen, Münzen, Rüstungsteile, Waffen… das übliche eben, aber sehr interessant. Übrigens kannten schon die alten Römer Mini-Hunde. Oder, wie ich sie nenne, Handtaschen-Hunde.

Die Sonderausstellung war im Untergeschoss und ich muss sagen… der Begleitband schien mir umfangreicher als diese Ausstellung :D Aber sie war trotzdem auch sehenswert. Es wurde gezeigt, wie die Römer versuchten, ihr Hab und Gut zu sichern (vergitterte Fenster, Schlösser, Wachhunde), wie damalige Anzeigen aussahen, die Bestrafungen, Handschellen usw. Witzig fand ich die “Fluchtäfelchen”. Auf Metallblättchen oder Pergamenten wurde der Täter verflucht. Z.B. wurde einem Mann der Mantel gestohlen und er wünschte dem Dieb Würmer und Krebs auf dem Leib.

Dem Museums-Shop habe ich noch einen Besuch abgestattet und als Souvenir für mich ein kleines Buch mitgenommen. “Antike Heilkunst”, ausgewählte Texte von Hippokrates (u.a. der hippokratische Eid), Galen, Celsus, Dioskurides und anderen. Bildung schadet nie und sowas interessiert mich eh seit meiner Liebe für alte Ägypter und deren Ärzte.
Nach dem Museum ging es wieder in die nasse Außenwelt. Die Regenwahrscheinlichkeit lag laut meiner Wetterauskunft bei ca. 80%. Dumm nur, dass die regenfreien 20% immer nur 3 Minuten dauerten. Damit habe ich dann schon freiwillig von meinem Plan abstand genommen, noch in den archäologischen Park zu wollen. Das haben wir auf den Sommer verschoben und sind lieber in die Stadt gewandert auf der Suche nach was Essbarem. Dort wurde festgestellt: Xanten ist ein süßes kleines Kaff! Um 14 Uhr wurden da die Bürgersteige hochgeklappt und zum ersten Mal grinste einem mal nirgendwo ein McDonalds oder sowas an!

Als ich noch im Souvenir-Shop (5 Minuten vor Ladenschluss) was für Mama ergatterte und nach einer Pommesbude fragte, hatte Bambi schon was mit “Fish & Chips” erspäht und wollte rechts rum, während ich links rum wollte, der Beschreibung der Verkäuferin folgen. Nun gut, links rum, Pommesbude nicht gefunden, dafür kurz den Dom von außen beguckt (Fotos gibts leider nicht wegen Regen) und dann Bambis Riecher zu Fish & Chips gefolgt, was sich als echtes Highlight entpuppte. Wer hätte gedacht, dass es in dieser kleinen Stadt in einer kleinen Bude in einer kleinen Gasse so verflucht leckeren Backfisch (für Bambi Calamares) und so herrlich leckere, dicke Fritten geben würde?? Also da müssen wir im Sommer auf jeden Fall auch wieder hin!

Der Rückweg zum Bahnhof (welch hochtrabende Bezeichnung für eine abgewrackte Hütte und ein Gleis) war so richtig nass und killte den letzten Rest Imprägnierung meiner Jacke, so dass die Heimreise eine ziemlich feuchte und kalte Angelegenheit für mich wurde. Dementsprechend hab ich heute Rücken und Schniefnase, aber es war trotzdem ein sehr schöner Tag, der unbedingt wiederholt werden muss! Im Sommer, ohne Regen.

Arbeitskleidung: T-Shirt, Jogginghose, Kuschelsocken
Arbeitsmusik: Saltatio Mortis
Arbeitsklima: Die haarende Kollegin nervt ;)
Arbeitsort:

Ja, so kann man tatsächlich auch arbeiten :D Lang leben die kreativen Berufe! Egal wie und wo, hauptsache, es fördert den Ideen-Fluss. So sitze ich nun auf meinem breiten Sofa mit Block, Bleistiften, Büchern, Läppi und (ganz wichtig!) heißem Tee, lasse mich von Eule anmotzen und -rotzen und mache mir Gedanken zu einem Auftrag.

Nächste Woche bekomme ich, sofern nichts dazwischen kommt, sowas wie einen Arbeitsvertrag. Erst mal ein Mini-Job, aber besser als nix und es ist ausbaufähig. Es geht voran. Langsam, aber immerhin. Und der Auftrag, an dem ich gerade brüte… wenn mir die Anforderung gelingt, öffnet es mir die Türen zu Ruhm und Reichtum. Ähm nein, das ist übertrieben :D Aber es ist schon was anspruchsvolles und größeres, wo ich gestern erst mal ziemlich sprachlos war, dass man mir sowas überhaupt zutraut, weil dicker Brocken für jemanden frisch aus der Schule mit fachlichen Defiziten.

Aber genau das ist der Grund, warum ich erst mal einen Mini-Job und einzelne Sachen annehme. Damit ich mir selbst all das mit praktischer Arbeit aneignen kann, was in der Schule versäumt wurde und wozu ich nach Schulschluss keine Zeit und keine Kraft mehr hatte. Wenn ich mich jetzt irgendwo bewerben würde, kämen nur Absagen, weil in meiner Bewerbungsmappe nicht so wirklich viel an aussagekräftigen Arbeiten/Referenzen drin ist. Also klein anfangen, Erfahrungen und Referenzen sammeln und drauf aufbauen.

Manchmal spielt die Zeit mit. In meinem Fall die Zeit, die ich noch nicht hatte. Gestern war ich unterwegs, heute schon wieder (großer Auftrag!), morgen wollte ich dann endlich zum Bauverein wegen meiner Horror-Rechnung. Aber wie der Zufall es wollte… kaum war ich heute mittag wieder daheim, klingelte es und ein Typ vom “Mieterservice des Bauvereins” stand auf der Matte. Sozusagen der Klinkenputzer bei harten Fällen.

Ich muss erwähnen, dass der Brief, den ich Freitag aus dem Postkasten gezogen habe, ursprünglich schon im Dezember abgeschickt wurde, aber offenbar wieder Retour ging. Klar, wenn man den Brief wohl an die alte Adresse geschickt hat und der Nachsendeantrag abgelaufen war. Soweit jedenfalls die Vermutung. Der Brief wurde mit entsprechendem Vermerk neu verschickt (diesmal richtig), leider dann auch gleich mit einer Mahnung dabei. Okay, wie schon erwähnt, der Brief war von Dezember. Aber wie soll ich was zum 23.12. zahlen, wenn ich erst am 13.1. davon erfahre? Also an der betriebsinternen Kommunikation muss gearbeitet werden.

Na ja, jedenfalls teilte mir der wirklich nette Mensch mit, dass mein “Fall” schon kurz vor Anwalt/Gericht ist und wollte mal fragen, was los ist. Oh, der kam ja wie gerufen! Ihm das mal in aller Ruhe erklärt, welche Dinge mich an der Rechnung stören und geredet über Ratenzahlung. Er hat daraufhin quasi die Arbeit für mich erledigt, mit dem Zuständigen zu reden :D Praktische Sache. Etwas später rief er an, die Rechnung sinkt um 200 €, ab Februar werden 50 € abgebucht. 26 Monate lang, falls es mir zwischendurch nicht gelingt, die Raten zu erhöhen. Was ich aber vorhabe, wenn das Einkommen mal richtig reinkommt. Tja, so kanns gehen :)